Gold n Silver Shelties

Wir leben mit Shelties

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Gold 'n' Silver Eliza, gen."Lilly"

Als Lilly als zweites Kind von Sötjes E-Wurf nach ihrer schwarz-weissen Schwester Ronja geboren wurde, war vor allem Thomas klar "Das ist unsere kleine braune Maus". Das sie uns in den nächsten Wochen noch soviel Sorgen bereiten sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt keiner ahnen.

Die Geburt des gesamtes E-Wurfes war völlig unproblematisch, obwohl wir nach dem Verwurf von Sötje im September 2007 etwas anderes erwartet hatten. Alle drei Welpen waren gesund und munter und nahmen in der ersten Woche gut zu, so dass sie nach 7 Tagen alle ihr Geburtsgewicht bereits verdoppelt hatten.

Am 8. Tag fiel die Gewichtszunahme von Lilly aber sehr spärlich aus. Erst einmal nahmen wir das so hin, achteten aber verstärkt darauf, ob sie wirklich bei Sötje getrunken hat. Auffällig war zu diesem Zeitpunkt, dass sie wie verrückt kreisförmig durch die Wurfkiste kroch, noch dazu in einer unglaublichen Geschwindigkeit für einen Welpen, der ja noch blind und taub ist und eigentlich gar nicht laufen kann. Auch hier haben wir uns aber erst einmal nichts weiter dabei gedacht.

Vom 8. auf den 9. Tag verlor sie sogar an Gewicht. Alle Alarmglocken schrillten bei uns. Wir fuhren mit ihr zu unserer Tierärztin, leider war nur eine Vertretung da, die uns beruhigte, dass es wahrscheinlich nur Blähungen sind. Wir bekamen noch ein Medikament und fuhren wieder nach Hause. Am nächsten Tag hatte Lilly aber wieder Gewicht verloren, ausserdem hatten wir den Eindruck, dass sie ab und zu spuckt und sich dabei auch sehr verkrampft. Da unsere Tierärztin ja nicht da war und ich nicht das Vertrauen zu ihrer Vertretung hatte, fuhren wir diesmal zu dem Arzt, der normalerweise unsere Katzen behandelt. Eine zweite Meinung kann ausserdem nie schaden.

Er untersuchte Lilly sorgfältig, massierte ihr Bäuchlein, da er eine Verstopfung vermutete und tatsächlich ging auch einiges an Kot ab. Wir sollten das Medikament weiter geben und dafür sorgen, dass sie auch genug zu trinken bekommt. Er konnte soweit auch nichts Auffälliges feststellen, da sich Lilly trotz der Krämpfe und des vermeintlichen Erbrechens (es stellte sich heraus dass sie Speichel kaute, ähnlich wie bei epileptischen Anfällen) normal für einen Welpen ihres Alters verhielt.

Da sich ihr Zustand aber nicht besserte und sie trotz regelmässigem trinken weiter an Gewicht verlor, fuhren wir am nächsten Tag wieder zum Arzt. Diesmal machte er eine Röntgenaufnahme von ihr, die uns aber auch nicht weiterbrachte. Zumal es sehr schwierig ist, bei einem so kleinen Welpen überhaupt etwas zu erkennen.

Für ein paar Tage ging es dann bergauf, Lilly nahm wieder zu, wenn auch sehr langsam. Wir freuten uns über jedes Gramm. Seit dem Beginn der Komplikationen hat Thomas von morgens bis spät in der Nacht an der Wurfkiste gesessen und über jede Begegebenheit genau Protokoll geführt - wann hat sie wie lange getrunken, wieviel, wann traten die Krämpfe auf, wie äusserten sie sich. Er hat richtig um seine kleine Prinzessin gekämpft.

Je älter sie wurde umso heftiger wurden die Anfälle. Manchmal war einen Tag gar nichts, dann wieder innerhalb von 2 Stunden dreimal ein Anfall. Die Krämpfe zeigten sich auch in unterschiedlicher Ausprägung. Mal zog sie sich zusammen, dann wieder bog sie den Rücken soweit nach unten durch, dass sich Kopf und Rute fast berührten. Sie sah dabei aus wie ein "U". Ab und zu heulte sie dabei wie ein Wolf. Wenn so ein Anfall vorüber war, fing das Gerenne wieder an. Mitunter lief sie 15 Minuten durch die Wurfkiste und später durch den Welpenauslauf. Diese Anfälle kosteten auch viel Kraft, sie nahm dabei an Gewicht ab - mitunter bis zu 20 Gramm.

Ich hatte aber immer den Eindruck, dass sie bei diesen Anfällen bei vollem Bewusstsein ist. Wenn man sie dann gestreichelt hat, wurde es auch meist etwas besser.

Wir haben im Internet recherchiert, mit unserer Tierärztin gesprochen - alles lief auf Epilepsie oder einen Leberschaden (Lebershunt) hinaus, obwohl viele der Symptome nicht passten und sie mit einer Woche, wo ja alles anfing, eigentlich auch zu jung dafür war.

Wir hatten uns bereits entschieden, dass es so nicht weitergehen kann und wir sie erlösen sollten.

Erika Heintz gab uns als erste den Tipp, sie noch einmal mit einem anderen Wurmmittel zu entwurmen. Conny, die auch sehr viel Anteil an Lillys Schicksal nahm, erkundigte sich für uns auch in einem Züchterforum. Von dort kam ebenfalls der Rat einer Dackelzüchterin, doch noch ein anderes Wurmmittel zu nehmen.

Wir hatten nichts mehr zu verlieren, ich besorgte ein anderes Präparat, dass über drei Tage gegeben wird und gegen mehrere Sorten Würmer wirkt.

Das erste Mal bekam sie die Wurmkur am Donnerstag, Freitag morgen hatte sie wieder zwei Anfälle innerhalb einer Stunde, ich war fertig mit den Nerven. Es schneite jedoch heftig und ich beschloß, noch das Wochenende abzuwarten. Es hat wie verrückt geschneit und ich wollte nicht unbedingt Auto fahren, wenn es nicht sein muss. Thomas war mittlerweile auf Geschäftsreise.

Diese beiden Anfälle waren die Letzten, die wir bei Lilly beobachten sollten. Seitdem ist nichts mehr gewesen, ihr Gewicht hat sie inzwischen aufgeholt. Sie ist genauso groß wie ihre Geschwister, jetzt mit 13 Wochen sogar die Schwerste! Selbst unsere Tierärztin war überrascht und hat vorsichtshalber noch mal gewogen. 

 

Unsere Prinzessin ist inzwischen sehr selbstbewusst, aber leider auch sehr verfressen. Wenn irgendwo noch ein Rest Futter rumsteht, sie entsorgt es umgehend. Allerdings war Nahrungsaufnahme auch nie das Problem. Sie hat schon mit zwei Wochen herzhaft zugelangt, als Thomas ihr einen Löffel Welpen-Pal hingehalten hat. Er war selbst überrascht, dass ein so kleiner Welpe schon "richtig" essen will. Sie hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal die Augen auf!

Mittlerweile sind 5 1/2 Monate ins Land gegangen. Lilly hat nach wie vor keine Anfälle mehr gehabt, so dass wir nun mit Sicherheit sagen können, dass das Problem ausgestanden ist. Leider hat sie sich in der Größe zu gut entwickelt, so dass jetzt ziemlich sicher ist, das sie das Größenlimit überschreiten wird. Das Fell hat sie mittlerweile auch aufgeholt.

Hier zwei aktuelle Bilder vom 27.06.2009:

Unsere Lilly leider definitiv zu groß für die Zucht, so dass wir sie schweren Herzens abgeben werden. Ein neues Frauchen ist auch bereits gefunden. Zu unserer großen Freude zieht sie in das nur 20 Minuten von hier entfernte Rahlstedt und darf dort mit Ponys, Ziegen und Katzen leben. Da sie auch noch etwas Erziehung genießen soll, darf sie zukünftig Montags in Camillas Gruppe Unterordnung lernen. Dadurch sehen wir sie natürlich regelmäßig. 

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